Filme bei den Naturfilmtagen 2008

Wochenschau 1954 Lawinenkatastrophe Blons, Sonderausgabe  

Original 16mm

In Blons, dem Schauplatz der Lawinenkatastrophe im Jänner 1954, helfen Studenten bei den Aufräumungsarbeiten und beim Wiederaufbau.

Bundespräsident Theodor Körner, in Begleitung des Landeshauptmannes Ilg, gedenkt am Friedhof der Toten von Blons.

Eisenwurzen – Gemeinisvolles Land – Naturpark des Jahres 2007

Eisenwurzen – Gemeinisvolles Land – Naturpark des Jahres 2007   

Regie: Waltraud Paschinger, Digi-Beta, 50’, 16:9, 2006 

Mächtige Bergketten mit hochragenden Felswänden, glasklare Flüsse und Seen, dichte Wälder und enge Klammen prägen den Naturpark – das Naturjuwel „Steirische Eisenwurzen“. Die archaische Gebirgslandschaft wirkt, als wäre sie seit zig Millionen Jahren völlig unverändert. In einer einzigen Schlucht leben über 500 Schmetterlingsarten und an den steilen Felshängen und lichten Wäldern wachsen seltene Orchideen. Die Region ist Anziehungspunkt für Erholungssuchende und internationale Wissenschaftler.

Die Dokumentation führt nicht nur weit zurück in die Erdgeschichte sondern auch in die nähere Vergangenheit: in die Industrie- und Handelsgeschichte einer Region, die von Erz und Eisen geprägt ist. Die Eisenwurzen war - wie ihr Name es schon beschreibt - einst Zentrum der Eisenverarbeitung. Mit den hochqualitativen Waffen, Sensen und Werkzeugen, die hier geschmiedet wurden, betrieb man regen Handel bis in den arabischen Raum.


Die Entwicklung vom historisch geprägten Industriegebiet zum heutigen Naturjuwel Eisenwurzen portraitieren Regisseurin Waltraud Paschinger und ihr Team mit den Mitteln der modernen Naturfilmdokumentation: neben 3D-Animationen und aufwändigen Flugaufnahmen kommen auch Spielszenen zum Einsatz.

Ein besonderer Film aus der Reihe UNIVERSUM.

Der Lawinengraben – Eine Geschichte aus dem Wallis

Der Lawinengraben – Eine Geschichte aus dem Wallis   

Film von Gieri Venzin, Digi-Beta, 52’, 2003 

Der Autor und Filmemacher Gieri Venzin hat die Entwicklung der beiden Gomser Dörfer Biel und Selkingen nach der großen Lawine Februar 1999 festgehalten. Wenn gegen die Lawinen keine Dämme gebaut würden, so glaubten die Menschen damals, hätten sie in ihren Dörfern keine Zukunft.

Vier Jahre später schützen zwei 20 Meter hohe Dämme die beiden Dörfer vor der Lawine. Doch niemand hätte gedacht, wie einschneidend die Dämme das Dorfleben verändern sollten. Inzwischen wissen alle, wie hoch der Preis ist, den sie für ihre vermeintliche Sicherheit bezahlen müssen. Die Dämme haben einen Keil in die Dorfgemeinschaften getrieben. Nichts ist seither mehr, wie es vorher war. Im Mittelpunkt steht das Schicksal der Betroffenen von Biel und Selkingen.

Entstanden ist dabei ein bewegendes Dokument über den Umgang mit Naturkatastrophen und den Preis der Sicherheit. 

„Up the Yangtze“ – Wie ein Staudamm eine ganze Region verändert
„Up the Yangtze“ – Wie ein Staudamm eine ganze Region verändert

„Up the Yangtze“ – Wie ein Staudamm eine ganze Region verändert   

Regisseur: Yung Chang, ein Kanadier mit chinesischen Wurzeln, Auszeichnungen: Beste kanadische Dokumentation, Vancouver Int. Filmfestival 2007, Digi-Beta, 90’, 2007, 16:9 

Mit beeindruckenden Aufnahmen des Drei-Schluchten-Dammes beginnt diese Dokumentation. Ohne den Zuschauer mit Zahlen und Fakten zu überhäufen, begleitet die Kamera die Familie Yu. Die Aufstauung des Yangtze, dem längsten Fluss Asiens, lässt Ihnen keine andere Wahl als ihr Heim zu verlassen. Die 16-jährige Tochter Yu Shui muss auf eine weiterführende Schulausbildung verzichten und auf einem Kreuzfahrschiff anheuern, um die Familie finanziell zu unterstützen.

Abgesehen von nachdenklich stimmenden Aspekten bietet der Film auch eine Komposition von einzigartigen Bildern: glitzernde Kreuzfahrtschiffe bei Nacht auf dem Yangtze und wunderschöne Naturaufnahmen, leider von einer Landschaft, die in dieser Form bereits nicht mehr existiert. Ein großartiger Film, der einem im Gedächtnis bleibt und den man nur weiterempfehlen kann. 

Fun Fatal

„Fun Fatal“

Regisseur: Jan Wagner (Österreich), Co-Regisseur: Thomas Fasching, mit speziell für diesen Film komponierter Musik, Digi-Beta, 2008, 50’, 16:9

Was will der Mensch vom Berg? Der Mensch passt sich die Berge an, aber passt er sich auch den Bergen an? „Fun Fatal“ handelt vom ganz normalen Wahnsinn in den Bergen, von der Sehnsucht der Individualisten und vom Massenkonsum der Ski- und Snowboardfahrer.

Vier junge Freerider aus der Schweiz erzählen über ihr Leben, ihr Zuhause in den Bergen und ihren täglichen Umgang mit der Gefahr in der Natur. Ihre Sprünge über Felsen und Abhänge lassen ahnen, wie fragil und verletzlich der Mensch gegenüber den mächtigen weißen Riesen ist. Bleibt das Risiko dabei kalkulierbar? Der Massentourist aus der Stadt hingegen sucht Ruhe und Erholung, aber er findet Hektik und Trubel. Weiß er noch, ob er im Einkaufszentrum ist oder am Berg? Es regiert die Spaß- und Freizeitgesellschaft – beim Skitourist und beim Extremsportler. Am Berg wird der maßlose Konsum, der allseits gepredigte und hochgelebte Fun, aber oft zu schnell zum Fun Fatal...

Jan Wagner: „Trotz aller Meinungsfreiheit der Protagonisten, behalten wir uns als Filmemacher vor, die Themen Tourismus, Konsumismus, und Wintersport grundlegend in Frage zu stellen und so die Aussagen des Filmes in eine kritische Richtung zu lenken.“

Verbotenes Paradies – Die Tiere von Pripjat
Verbotenes Paradies – Die Tiere von Pripjat

Verbotenes Paradies – Die Tiere von Pripjat

Film von Marion Pöllmann, Digi-Beta, 43’, 2007, 16:9 

Was wäre, wenn es auf der Welt plötzlich keine Menschen mehr gäbe, wenn sie plötzlich völlig von der Erde verschwänden? Wie und wie schnell würde die Natur darauf reagieren? Die Antwort darauf fand das Filmteam in einem entlegenen Winkel Europas – einem Dorf, das von den Menschen verlassen und ganz der Natur überlassen wurde. In den Häusern blieben nur Haustiere zurück. Pflanzen überwucherten die Gärten und setzen sich in den Gemäuern fest. Von dem immer dichter werdenden Unterholz, durch das kein Mensch mehr streift, fühlen sich Wildtiere angezogen, selbst solche, die fast ausgestorben waren.

Doch das Dorf, das auf den ersten Blick so idyllisch wirkt, birgt ein furchtbares Geheimnis.

Dieser sehenswerte Film wurde heuer auf dem Tierfilmfestival ausgezeichnet. 

Mein Isental 

ein Film vom preisgekrönten Naturfilmer Jan Haft 

Das Isental – nur 50 Kilometer vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt gelegen – ist den meisten unbekannt. Doch dieses landschaftliche Juwel ist es wert, entdeckt zu werden. Denn das Isental ist eines der wenigen unverbauten Flusstäler Bayerns.

Diese oberbayerische Idylle wird allerdings von ganz unerwarteter Seite bedroht: Der Einzug moderner, regenerativer Energien verändert die Landschaft. Immer mehr Biomasse-Kraftwerke entstehen - daher wird auch im Isental immer mehr Grünland umgebrochen und Raps und Mais angebaut, denn die Perspektive für viele Kleinbauern ist auch hier: weg vom Landwirt, hin zum Energiewirt. Droht der traditionsreichen Kulturlandschaft und damit einer reichen Tierwelt im Isental das Ende, ausgerechnet durch "umweltfreundliche" Energien?

Der Film "Mein Isental" zeigt die verborgenen Naturschätze eines ebenso faszinierenden wie unbekannten Landstrichs zu allen Jahreszeiten und im schönsten Licht. Gedreht wurde im hoch auflösenden HD-Format. Der besondere Reiz des Beitrags liegt in der Kombination aus kunstvoller Bildästhetik und einer stets spürbaren Authentizität. Diese wird nicht zuletzt auch durch den intimen Einblick in die Seele eines klugen und empfindsamen Naturfreundes spürbar, der sein ganzes Leben an und mit der Isen verbracht hat. Der Talbewohner blickt zurück in seine Kindheit und macht sich Gedanken über die Zukunft des Tals und seiner menschlichen und tierischen Bewohner. 

Planet der Affen

Planet der Affen (1968) 

Regisseur: Franklin J. Schaffner, 35mm, 112min 

George Taylor (Charlton Heston) gehört einer Forschungscrew an, die in das Universum geschossen wurde, andere Welten zu entdecken. Es ist das Jahr 3978, als ihr Raumschiff auf einem fremden Planeten im Wasser abstürzt. Sie durchforsten weites Ödland, bis sie auf seltsame Menschen treffen. Sie erinnern mehr an Tiere oder Höhlenbewohner, als an die Spezies, die sie zurückgelassen haben. Plötzlich tauchen bewaffnete Affen auf. Bei einer Treibjagd wird Taylor gefangen genommen. Er muss feststellen, dass auf diesem Planeten die Affen die herrschende Rasse sind.

Die Lehre der Evolution erhält eine Umkehr. Affen sind es, die herrschen, Menschen sind es, die ohne jegliche Rechte gejagt und nach Gutdünken behandelt werden können. Aufgrund seiner Konsequenz und beeindruckenden Bildersprache stimmt „Planet der Affen“ nachdenklich, sei es über Religion, Diktatur, Vorurteile, Rassismus oder über das Menschsein im Allgemeinen.

Am Ende schlägt der sehr abenteuerliche Film auf höchst intelligente Weise den Bogen zu unserer Gegenwart und Realität. Wer genau aufpasst, wird die geniale Schlusspointe erahnen können. Es sind unter anderem dieses Ende und diese Aussage, die den Film zeitlos und zum absoluten Meisterwerk machen. 

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